Psychotherapie ist eine wirksame Behandlungsmethode für psychische und psychosomatische Probleme. Sie finden hier einerseits in Kürze Antworten auf die wichtigsten Fragen, andererseits eine ausführliche Erklärung.
Was ist Psychotherapie?
- Eine Behandlung für seelische Probleme
- Ziel ist es, psychisches Leid zu lindern oder zu heilen.
- Sie basiert auf Gesprächen zwischen Klient:in und Therapeut:in.
- Verschiedene Methoden werden eingesetzt
Wie wirkt Psychotherapie?
- Hilft, eigenes Erleben und Verhalten besser zu verstehen
- Ermöglicht es, belastende Muster zu verändern
- Baut Ängste, Stress und andere Beschwerden ab
- Die Beziehung zum/zur Therapeut:in ist wichtig für den Erfolg.
Wann ist Psychotherapie sinnvoll?
Bei vielen seelischen Problemen, zum Beispiel:
- Depressionen und Niedergeschlagenheit
- Ängsten und Panikattacken
- Zwangsgedanken und -handlungen
- Suchtproblemen
- Beziehungsschwierigkeiten
- Krisen und belastenden Lebenssituationen
Wie erfolgreich ist Psychotherapie?
- Etwa zwei von drei Klient:innen profitieren deutlich davon.
- Die Wirkung ist wissenschaftlich gut belegt.
- Oft ähnlich wirksam wie Medikamente. Medikamente und Psychotherapie können sich ergänzen.
- Langfristige positive Effekte auch nach Therapieende
Psychotherapie kann also vielen Menschen mit psychischen Problemen helfen, ihr Wohlbefinden zu verbessern und Beschwerden zu lindern.
Psychotherapie
Psychotherapie ist ein seit 1. 1. 1991 in Österreich gesetzlich anerkannter, eigenständiger, freier und wissenschaftlicher Heilberuf. Die Tätigkeit der Psychotherapeut:innen unterscheidet sich von der psychiatrischen und der psychologischen Berufsausübung.
Ziel einer Psychotherapie ist es, psychisches Leid zu heilen oder zu lindern, innere (seelische) sowie zwischenmenschliche Konflikte zu bewältigen, in Lebenskrisen zu helfen, die persönliche Existenz zu erhellen und lebensbehindernde Verhaltensweisen und Einstellungen zu ändern sowie die persönliche Entwicklung und Gesundheit zu fördern. Basis dafür bildet das zugewandte und geschulte Gespräch auf Grundlage einer empathischen professionellen Beziehung.
Psychotherapeut:innen absolvieren eine besonders lange Ausbildung mit Schulung in Theorie und Praxis der Psychotherapie. Ein Kernstück davon ist die sogenannte „Lehrtherapie/Selbsterfahrung“, in der der/die angehende Psychotherapeut:in über mehrere Jahre selbst quasi Klient:in ist, sowie die Gruppenselbsterfahrung im Rahmen der Ausbildung.
Es gibt vielfältige psychotherapeutische Methoden mit unterschiedlichen theoretischen Modellen und Schwerpunkten. Psychotherapeut:innen erlernen eine der Methoden intensiv und erwerben Kenntnisse über die anderen.
Die psychotherapeutische Beziehung braucht Zeit zu ihrer Entwicklung. Eine Sitzung dauert in der Regel 50 min, wobei die Behandlung abhängig von der Problem-/Themenlage mehrere Wochen, Monate oder Jahre dauern kann und auf einzelne Personen, Paare, Familien und Gruppen abgestimmt ist.
Die Wirkung von Psychotherapie
Psychotherapie ist ein wirksames Behandlungsverfahren bei psychischen und psychosomatischen Störungen und Erkrankungen. Sie unterstützt außerdem bei schweren körperlichen Erkrankungen und hilft im Umgang mit chronischer Erkrankung, ebenso bei Schwierigkeiten im aktuellen Leben und bei akuten Krisen.
Manchmal ist Psychotherapie auch ein vorübergehend schmerzlicher Prozess. Es kann sogar zu einer zeitweisen Verschlechterung der Befindlichkeit kommen. Die Entwicklung führt letztlich jedoch zu einer Linderung oder Heilung von Leiden über die Annäherung an konflikthafte seelische Inhalte, die wir so an uns herannehmen, sie annehmen, verstehen und damit die Basis für eine mögliche Veränderung schaffen. So lernen wir uns selbst besser kennen und verstehen und verbessern die Beziehung zu uns selbst. Die Wirkung von Psychotherapie ist jedoch individuell verschieden und hängt unter anderem auch vom Therapieziel ab.
Die Psychotherapie arbeitet über das Gespräch und kann durch gezielte Übungen unterstützt werden. Die konkrete psychotherapeutische Beziehung zwischen Klient:in und Psychotherapeut:in ist dabei von entscheidender Bedeutung.
Psychotherapie: sinnvoll bei seelisch bedingten Problemen
Ein entscheidender Anhaltspunkt, eine Psychotherapie in Erwägung zu ziehen, ist die Annahme, dass die Schwierigkeiten, unter denen Sie leiden, seelisch bedingt (d. h. psychogen) sind. Wenn Sie selbst einen ursächlichen Zusammenhang Ihrer Probleme mit seelischen Konflikten vermuten, dann ist eine wichtige Voraussetzung für eine Psychotherapie gegeben. Die Frage, ob eine Psychotherapie tatsächlich angesagt ist, können Sie mit einer/einem Psychotherapeut:in in einem Erstgespräch abklären.
Einige Beispiele, bei welchen Störungen und Problemen von einem Bedarf an Psychotherapie ausgegangen werden kann:
- Depressionen, dauernde Niedergeschlagenheit
- Allgemeine Ängste oder Panikattacken, die Ihre Lebensqualität massiv einschränken
- Zwangsgedanken und -handlungen, unter denen Sie leiden (Waschzwang, Putzzwang, Kontrollzwang …)
- Süchte (Alkohol, Spiele, Sex, …)
- Funktionelle Störungen: darunter sind häufig wiederkehrende Beschwerden aller Art (Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, sexuelle Störungen, Atemnot, …) zu verstehen, die keine körperliche Ursache haben
- Psychosomatische Erkrankungen: darunter fallen z. B. Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre, Migräne, …
- Probleme in der Partnerschaft, in der Familie, in Beziehungen
- Psychotherapie kann auch bei Persönlichkeitsentfaltung und -erweiterung eine nützliche Erfahrung sein
Persönliche Lebensumstände bzw. Leidenszustände, unter denen eine Psychotherapie hilfreich ist:
- Sie befinden sich beispielsweise in einer belastenden Umbruchsituation (durch schwere Erkrankung, Arbeitslosigkeit, Scheidung, Trennung, Unfall, Tod von nahestehenden Personen …)
- Sie fühlen sich oft lustlos, erschöpft und ständig überfordert.
- Sie bekommen manchmal rasendes Herzklopfen und Angst, dass Sie verrückt werden oder sterben müssen.
- Sie fühlen sich krank und es gibt keinen medizinischen Befund.
- Sie haben eine der folgenden Ängste: vor dem Kontakt zu Ihren Mitmenschen – vor großen Plätzen – vor engen Räumen – vor Autoritäten – vor bestimmten Tieren.
- Sie haben Probleme beim Ein- und Durchschlafen.
- Sie plagen sich oft mit Gedanken, von denen Sie glauben, dass Sie mit niemandem darüber reden können (Schuldgefühle, Hassgefühle, Stressgefühle, Alpträume, …)
- Sie können ohne bestimmte Rituale (z. B. ständiges Waschen, Zusperren, …) nicht leben, obwohl diese Ihr Leben sehr einengen.
- Sie denken manchmal an Selbstmord.
- Sie haben Beziehungsprobleme.
- Sie sind süchtig – nach Alkohol, Drogen, Essen, Liebe, Sex, Spiel.
- Sie sind oft niedergeschlagen und haben keine Freude am Leben.
- Sie kommen mit Ihrer Sexualität nicht zurecht.
- Sie können sich oft nicht entscheiden, und das quält Sie.
- Sie wissen nicht, wofür Sie eigentlich leben. Sie empfinden Ihr Leben als sinnlos und leer.
Ich biete Ihnen Psychotherapie auf Deutsch und Englisch an – Spanisch in eingeschränkter Form.
Die Aufgabe des/der Psycholog:in
Der/die Psycholog:in führt ausgewählte Tests mit Klient:nnen zur Diagnoseabklärung durch. Mit einer Überweisung ist diese Diagnostik kostenfrei. Ebenso ist sie/er berechtigt, psychologisch-beratende Gespräche mit Klient:nnen zu führen. Manche Psycholog:innen verfügen über eine Psychotherapieausbildung und arbeiten psychotherapeutisch.
Die Aufgabe des/der Psychiater:in
Der/die Psychiater:in klärt ab, ob für den seelischen Leidenszustand eine körperliche Verursachung vorliegt (z. B. Erkrankungen des zentralen Nervensystems, Stoffwechselstörungen, hormonelle Störungen, Vergiftungen …), stellt eine Diagnose und verschreibt bei Bedarf Medikamente, die die Symptome seelischen Leids mildern oder beseitigen helfen.
Mehr Information zu Psychotherapie finden Sie unter:
Weitere Informationen auf der Website des Österreichischen Bundesverbands für Psychotherapie